I'm just getting warmed up

Ein Tag jagt den nächsten, und mittlerweile bekomme ich so langsam ein Gefühl dafür, warum "Freizeit" für viele ein Luxus ist. Die letzten 2 Tage war ich nonstop unterwegs, ohne einmal Ruhepause für mich zu haben.

Die Arbeit wird zunehmend spannender. Die ersten Kontakte zu Abiturienten stehen, mit denen ich mich gerne zu Raucherpausen treffe. Auch die Unterstufe scheint so langsam mit mir vertraut, es kommen immer mehr Aufträge hinein - mal jemand, der Hilfe bei Hausaufgaben braucht, oder mal jemand, dem schlecht ist...Matze ist immer für jeden da.

In meiner Freizeit, oder wenn grad nix zu tun ist in der Schule, surfe ich per Lehrer-Account auf sämtlichen Seiten, lauf ein wenig durchs Schulgebäude und spiele Mr. Autoritär, oder lese, wobei letzteres am Meisten geschieht. Ich habe ein geniales Buch angefangen, "Das Schwert in der Stille". Anfangs dachte ich, was für ein bescheuertes Samurai-Buch..habs zu meinem Geburtstag von meiner Oma bekommen. Aber es entwickelte sich eine Dramatik, die ich genial beschrieben finde. So anschaulich.

In dem Buch geht es um einen jungen Mann, der in einem Dorf lebt, in dem die Bewohner einen verborgenen, "falschen" Gott für die Anführer des Landes, anbeten. Das ganze Dorf wird niedergeschlachtet, und er überlebt als Einziger, weil er einen Drang hat, sich auf Erkundungstour in das umliegende Gebiet zu begeben. Sein Tod wird von einem Wanderer verhindert, der seine Verfolger tötet. Aus diesem Grund schwört der Junge dem Mann, der sein Leben rettete, Treue.

Soviel dazu, mir macht das Buch extrem Spaß.

Heute habe ich mir die Kneipennacht-Tickets gekauft. Wieder mal saufen...allerdings nicht soviel, diesmal. Ich habe aus meinen letzten Malen gelernt. Und ich habe Besuch von der geheimnisvollen Unbekannten aus den weiten des WoW, der ich schon ein Platz in meinem Herzen eingerichtet habe. Mal sehen, ob Sie da auch einzieht.

Die Schönheit, die ich nur von Fotos kenne, wird nämlich dieses Wochenende bei mir übernachten, und auch mit auf die Kneipennacht gehen. Ich kann es kaum mehr erwarten, Sie endlich zu sehen. Freitag Nachmittag wird es soweit sein. Aber davor muss ich noch einiges erledigen.

Ich möchte mich natürlich so gut wie möglich präsentieren.

Meine Ausgehhose muss ich noch bügeln, meine Mutter ist zur Zeit mal wieder schlecht drauf und deswegen kann ich mich momentan nicht auf ihre Unterstützung verlassen. Seitdem ich wieder rauche, hat Sie ein Problem mit mir, und das zeigt Sie offen. Immer wieder muss ich mir breit-seiten anhören, Sie interessiert sich nicht mehr für Dinge, die ich mache. Mittlerweile lasse ich Sie in Ruhe, weil ich  das Gefühl habe, dass Sie momentan eh keine Lust hat auf mich. Gestern kam wieder eine Gefühlsregung, Sie möchte in die Schweiz ziehen...zum arbeiten versteht sich. Ich allerdings kenne da eine andere, treffendere Version, warum Sie gehen will. Aber das ist ihre Sache und ihr Leben, dafür bin ich nicht verantwortlich.

Mein Zimmer muss blitz-blank aussehen. Damit beschäftige ich mich morgen. Das wird ne längere Geschichte, aber was tut man nicht alles.

DvDs müssen her, die leihe ich jetzt gleich noch aus, von einem Kolleg. Die Kneipennacht-Tickets habe ich.

So, dann können wir nur noch verhungern. Das passt. Hab meine letzten Kröten in dieses We investiert, ich hoffe es lohnt sich. Mein ersten Lohn bekomme ich erst ende Oktober...scheiß Geld.

Vor meinem Fsj habe ich eine Zeitlang als Fabrikarbeiter mein Geld verdient...Nebenjobbasis, versteht sich. Das lief allerdings nicht wie bei anderen Jobs, mit geregelten Arbeitszeiten. Ich wurde angerufen von meinem Chef, immer der selbe Spruch: "Ich hätte da was für dich". Dieser Typ hat seine Hausaufgaben gemacht, denn er wusste, dass ich keine Wahl hatte. Wenn man kurz vor dem Ruin steht, nimmt man alles. Er hat das schamlos ausgenutzt. So stand ich manchmal direkt nach der Schule in der Fabrik am Fließband, atmete stickige Amin-Gase ein, in einer Konzentration, dass es mich manchmal blind und benommen machte. Und dann ging die Pforte auf, und 9-20 heiße, aus Sand produzierte, Kerne, kamen heraus. Fast grobmotorisch entgratete ich die Kerne und hievte Sie auf die schwere Palette. War Sie voll, kam der Stapler und brachte Sie weg. Alle 20 Minuten musste er also fahren.

Mein Chef war ein Italiener. Überhaupt waren fast alles Ausländer da drin. Deutsch wurde wenig gesprochen, die Landsleute sprachen meist unter sich. Er benutzte nur Deutsch, wenn ich ihm zu langsam arbeitete oder irgendwas falsch machte. Und er gebrauchte es zu gern, auch wenn nichts war. Ein 19Jähriger Leiharbeiter kam ihm gerade recht, um sich an ihm auszutoben.

Aber nicht mit mir. Ich ging nicht mehr auf seine Spielchen ein. Ich drehte den Spieß um. Jedes Mal, wenn ich zur Arbeit stempelte, ließ ich Matthias Fürst am Eingangstor zurück. Mit jedem Stück Arbeitskleidung mehr verwandelte ich mich langsam in einen Stein. Ich zog mich in mich zurück, lernte, nichts zu denken und zu sagen. Ich ließ alle Geräusche ausgeblendet. 8h lang war ich der Hohlkörper, emotionslos, kalt. Wenn mich jemand blöd anmachte, bekam er keine Regung von mir.

Zurück zum Italiener...er konnte so seine Spielchen mit mir spielen. Er schrie mich an, ich solle schneller arbeiten, ich deutsche Kartoffel. Oder ich hätte irgendwas schlecht geputzt. Ich hörte nicht mehr hin. Ich konzentrierte mich darauf, perfekt zu funktionieren. Nirgendswo hab ich besser gelernt, abzuschalten, als in der GF. Jedenfalls...bekämpfte ich Feuer mit Feuer. Ich zeigte ihm, dass er mich kreuzweise kann, indem ich schneller arbeitete, als jeder andere zuvor. Ich stellte die Rekordzeit auf, 3 Sekunden für einen Kern putzen. Immer mehr kam ich einem Trance-Zustand nah, der mich immer schneller werden lies, ohne Rücksicht auf die Umwelt. Mit dem Ausstempeln war ich wie ausgewechselt, ich ließ den Arbeiter Fürst in der Gf. Ich hasste diesen Teil in mir, der mich so werden lies. Aber irgendwo fand ich diesen Teil so dunkel, dass er mich ständig anzog...ich lass mich generell ja von schlechten Sachen anziehen. Aus welchem Grund auch immer, mich faszinieren die Abgründe.

So, jetzt schreib ich schon wieder länger als gewollt. Bin jetzt mit nem bekannten verabredet, dvds ausleihen. Schreibe später dann weiter. 

1 Kommentar 8.10.08 21:06, kommentieren

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(Gegenwart) Dream

Ist wohl 1-2 Tage her, dass ich nicht mehr geschrieben habe. Das passierte, weil Vero wieder mehr Zeit für mich hatte. Wir saßen gestern von 13-5 Uhr morgens wieder zusammen. Wobei ich zwischendrin von 21-1:30 weg war..

Es tat wieder gut, mit Vero zu reden. Es tut überhaupt gut, Sie zu hören, zu lesen...und bald auch zu sehen. Ich hab Sie eingeladen fürs nächste Wochenende, Sie schaut, ob Sie Geld auftreiben kann und kommt vorbei. Ich freu mich schon. Ihren "Freund" hab ich verdrängt An dem We ist in Singen auch noch Kneipennacht, also hätte man ja schonmal was zum unternehmen.

A propos unternehmen: Ich hab langsam das Gefühl, ich kann gar nix mehr alkoholisches trinken. Dabei trinke ich so gern. Erst letzten Samstag auf dem Oktoberfest, als Sie mich betrunken dekoriert haben, hab ich gekotzt...und gestern nach 3 Quowaz und 1 Glas Berentzen. Mein Vater meint, ich hab vll nicht gut gegessen gehabt. Der musste es ja aufwischen, weil ich heut nacht nicht mehr in der Lage dazu war.

Vero war Gott sei Dank noch wach und saß mit mir bis 5 Uhr morgens auf, bis ich wieder so nüchtern war, um ins Bett gehen zu können. Schon hart irgendwo.

Es ist allerdings mit vielen Dingen so. Ich kann nicht lange laufen, schwimmen auch nicht. Es liegt nicht an der Kondition, sondern an der Atmung. Die killt mich irgendwann. Ich kann nicht viel essen, und ich vertrage nicht viel Alk. Generell vertrag ich alles ein wenig weniger als meine Kollegen. Und trotzdem glaube ich mir selbst nicht und versuche das Level meiner Kollegen zu erreichen. Ein Bekannter trinkt 4 Flaschen Wein und steht noch gerade. Ich trink 1/3 und geh kotzen. Ich finde das recht unfair.

Ich bekam am letzten Tag den Auftrag, ein Präsentationsplakat meiner selbst zu entwerfen, für die Schülerschaft. Ich bin nicht so ganz von überzeugt, da mich dann auf einen Schlag 1200 Menschen kennen. Und davor war ich Aussenseiter in meiner Schule. Mal schauen, wie sich das da entwickelt.

Und zum Drogenthema gibts auch Neues: Ich habe ja nicht nur Kontakt zu den Dealern, sondern auch zu meinem Nachbarn..und der ist Zollbeamter. Hab ihn mir gestern geschnappt, in Ruhe eine Ziggi geraucht und ihm das Thema erklärt, Drogengeschichte usw. Er beruhigte mich und meinte, dass da Leute schon dran sind und es nicht mehr lange ginge...ein Trostpunkt gestern.

Ich wollte mein Zimmer schon seit 2 Tagen aufräumen. Hab es allerdings nicht geschafft, weil ich nicht die Motivation dazu aufbringen konnte. Ja, das ist so bei mir: Ich hab nie Lust auf aufräumen, aber wenn ich anfange...bremse ich nicht mehr, bis es blitzblank ist. Dann verfalle ich regelrecht in einen Putzwahn.

Ich frage mich, wann ich dazukomme, die Vergangenheits-Einträge zu machen. Momentan entwickelt sich in meinem Leben einfach eine Dynamik, wie ich Sie vorher nicht hatte. Weder Beruf noch Frau, gleich 2 neue Sachen parallel. Naja, wie heißt es doch so schön: Wenns kommt dann kommts richtig.

Ich habe mich aus WoW verabschiedet gehabt. Mache Pause bis Januar. Allerdings habe ich das Gefühl, dass meine Gilde den Bach runtergeht. Die Leute haben mehr ihren Egotrip im Kopf, als wie zuvor der Gemeinschaftssinn. Das macht mich sauer, ich frag mich was mit den Leuten passiert ist.

Am Montag ist eine Offi-Sitzung. Sollte die nix entgegenwirken, werde ich am Dienstag einen bösen Beitrag ins Gildenforum schreiben. Und ich weiß, der trifft.

Ansonsten fällt mir grad nicht viel ein..

Ist so der typische Sonntagmittag. Kann mich nicht aufraffen, irgendwas größeres zu machen. Bin auch ein wenig platt. Werd wohl Musik hören und ein wenig die Zeit verstreichen lassen, indem ich mit Vero und den anderen quatsche.

Ein lied, dass zum Film Freedom Writers rauskam, und trotzdem irgendwo gerade schön in die Stimmung "Sonntagnachmittag" reinpasst. Ist nicht zu aufdringlich, und hält sich im Hintergrund. Ich rede von Common - A Dream (feat Will I. Am)

 

 

5.10.08 15:19, kommentieren

(Gegenwart) Twister

Ein Tag voller gemischter Gefühle, mal wieder. Ich wurde sehr süß geweckt, um genau 7:10. Durch eine SMS von Vero mit folgendem Inhalt:
"Bin heute früh noch etwas länger on sozusagen Bus verpasst bzw werd ich das sagen guten Morgen gruß Vero".

Genau 7:14 saß ich am Pc in Icq eingeloggt, um mit ihr zu schreiben. Es verlief wie immer, wir vertratschten uns, doch irgendwann fragte ich Sie wegen Frank. Sie meinte, sie ist froh dass ich es rausgefunden habe...und Sie fühlt sich extrem zu mir hingezogen und hat mich sehr gern, und wollte nicht dass das zwischen uns steht. Sie hat schon oft damit gespielt, bei mir vorbeizufahren.

Er war also schneller.

Das ist das Einzige, was mir einfiel. Ich verspürte ein Gefühl von Trauer und Zorn, das sich vermischte, gegen eine Person gerichtet, die ich nur aus Geschichten kenne. Ich wollte diese Bedrohung meines Glückes aus dem Weg schieben. Ich war sauer über mich selbst, mich nicht früher für Sie begeistert zu haben. Und jetzt ist Sie vergeben. Plötzlich, seit dieser Woche. Völlig unscheinbar und ohne Vorzeichen für mich. Als ob das alles ein großes Geheimnis war...

Meine Mutter fuhr mich in die Arbeit. Sie wirkte nicht sehr glücklich, damit, mich hinfahren zu müssen. Die Situation im Auto, die drückende Stille, die durch laute Peter Maffay-Dröhnung überspielt wurde, machte mein Gefühlsbild am Morgen nicht unbedingt besser.

Nach dem durchchecken der Bibliotheksliste in der Schule, hab ich mich auf Streife begeben, um einen Verantwortlichen für den Schulcomputer im Keller zu finden. Das stellte sich doch schwieriger raus, als es eigentlich gedacht war. Irgendwann zwischendrin war ich auf dem Schulhof mit ein paar 5.Klässlern, und spielte Fußball. In dem Moment der Ablenkung fand ich meinen Job doch wieder ganz klasse, wer verdient schon für Pausensport Kohle, auch wenns nicht viel ist.

In Gedanken versunken an Vero, von der ich wusste, dass Sie heute blau macht, begab ich mich in ein längeres Gespräch mit der Bibliothekarin. Ich erzählte ihr, weil Sie für mich die einzig richtige Person in dem Institut war, von der Drogengeschichte. Sie nahm es ihr Alter entsprechend (schätze Sie auf 40-50) auf..nämlich völlig falsch. Die Jugendlichen wollen mir eine Falle stellen, soso. Kopfnickend habe ich das Gespräch beendet gebracht.

Ich bin also wieder hoch zum Direktor und erfuhr, ich müsse eine Präsentation meiner selbst vor der Schülerschaft vorbereiten. Au weia, die Schule hat 1200 Schüler..ich war in meiner alten Schule noch der unbekannteste Schüler und wurde zum ersten Hartz4-Empfänger nach der Schulbank gewählt. Und jetzt soll ich der Bekannteste unter 1200 werden...das kann was werden.

Zurück in der Bibliothek erwartete mich eine angenehme Überraschung: Die Bibliothekarin schenkte mir einen Kuli, 2 Arbeitsblöcke um Notizen zu Geschehnissen in der Schule zu machen, und einen Apfel. Nette Geste wie ich fand, und bedankte mich auch eifrig dafür.

Ich entließ Sie ein wenig früher und war froh, dann meine Ruhe unten zu haben. Ich schnappte mir also ein weiteres Buch, und mutierte zur Leseratte. Irgendwann war mir das dann doch zu blöd, und schaute im Rechner nach Spielen...und fand Solitär, den Klassiker schlechthin. Nach 1h hatte ich den Dreh raus, und fand es gar nicht mal so schlecht. Zwar kein Vergleich zu WoW, aber immerhin.

Der Verantwortliche für die Computer kam dann, und versuchte den SchulPC zu reparieren. Ein neues Image musste drauf, das war für einen Laien wie mich ohne Erfahrung von Hochschulvernetzung natürlich nicht machbar. Er erledigte die Arbeit hastig, hatte es wohl eilig..rannte schon während dem Download wieder zu. Es kam wie es kommen musste, es funktionierte natürlich nicht.

Den Mittag verbrachten 4 5.Klässler bei mir, und noch ein paar von den Fußballern vom Vormittag. Dem einen half ich bei den Hausaufgaben, recht simple Faktorzerlegung in Mathe, und mit den 3 Mädels spielte ich ein komisches Brettspiel namens "Café international"...bis wir den Dreh dann raus hatten, klingelte es schon für Sie zur nächsten Stunde und für mich zum Feierabend, aber es war lustig.

Zuhause angekommen, sah ich meine Mutter beim Bad putzen. Auf die Frage, warum Sie das mache, weils ja eigentlich mein Job ist, kam mit einem gehässigen Unterton: "Du gehst ja einer halbwegs vollberuflichen Tätigkeit mittlerweile nach, dann kann ich dich ja damit nicht überfordern." Keine Ahnung was Sie schon wieder hat, aber nicht mit mir heute. Schon genug schlechte Infos schlucken müssen.

Als ich an Pc sitzen konnte, besserte sich meine Laune. Ich hatte meine Boxen um mich rum, meine Musik, die mir Kraft gibt. Und ich schaltete seit langem mal wieder WoW an. Vorher schrieb ich noch Vero, wenn Sie Lust habe, mit mir zu schreiben oder sonstwas, soll Sie sich bei mir melden, ich störe nicht wenn Sie Besuch hat.

In WoW unterhielt ich mich mit meinen Gildenkollegen mal wieder köstlich. Es ist immer so, man mag nur kurz hallo sagen und schnell sind 2h flöten. Aber man versteht sich über das Spiel hinaus. Diese Gemeinschaft, die ich da aufgebaut habe und verlassen werde, ist genial. Ich wollte nie den Posten, irgendwann habe ich Gildenleitung gehabt, Raidleitung, Ts-Admin-Rechte, Foren-Rechte, ich war Diktator. Aber es funktionierte. Ich heimste mir den Respekt von 100 Leuten ein, auch übers Virtuelle hinaus. Mein Avatar in dem Spiel ist extrem vielen Leuten bekannt, ich tauche sogar in einem Video mit spezieller Nennung auf: "Best Raidleiter den ich je hatte"...

Raidleitung ist schnell erklärt: Ich hab dafür gesorgt, dass an einem Abend sich 25 leute für eine gemeinsame Runde WoW verabredeten, und ich gab den Ton an. Wenn etwas funktionierte, lobte ich die Gemeinschaftsarbeit, wenn nicht, sagte ich, was nicht passte. Priorität hatten Herausforderungen wie ein Gegner, der nur mit 25 Mann gelegt werden konnte. Ich hab zum Erfolg beigetragen.

Aber man kann sich davon nix kaufen. All die Monate voller Enthusiasmus und Euphorie für dieses Spiel, in dem ich soviele verkehrte Menschen kennengelernt hatte, ließen mich mich völlig vergessen. Ich lernte viele Frauen durch meine witzige Art im Chat kennen. Ich hatte insgesamt 4 Verehrerinnen von 20-35. Und jetzt steh ich auf eine 19Jährige, die vergeben sein soll.

Ich kaufe ihr das allerdings nicht ab. Irgendwo will Sie mich doch, ich kann mir sonst das ganze Drumherum mit mir nicht erklären..

2h wartens später ist Vero tatsächlich on gekommen. Wir unterhielten uns eine Weile, Sie war nur bruchstückhaft da. Frank war bei ihr. Ich bekam Phrasen an den Kopf wie "er droht mir mit sexuellem Entzug". Ich ertrug das nicht und wurde wütend.

Während des Gesprächs war ich mit einer Gildeninternen Gruppe eine 10-Mann-Herausforderung, auch Instanz genannt, besuchen. Rein spaßhalber, war ich seit 2 Monaten nicht mehr. Man braucht eben 2-5 Stunden dafür. Ich stellte mir meinen leckeren Passoa-Likör zur Seite, und fing an zu trinken. Bis ich betrunken war. Die Leute fandens witzig, ich ja auch. Wir sitzen gemeinsam und kommunizieren über Headset. Und wenn ich als Betrunkener lalle, finde ich das meist selbst urkomisch. Das erheitert und bringt Spaß in die Bude. Aber niemand wusste, dass ich einmal mehr versuchte, einfach mal alles zu vergessen. Meine Mutter, die zur Zeit sehr komisch ist. Mein Vater, der sich nicht drum kümmert, mein Bruder, dems eh scheißegal ist...Vero vor allem. Und diesen Frank.

Nach den Sätzen von ihr wegen dem sexuellen Entzug ist mir der Kragen geplatzt. Sie hat wohl noch nicht kapiert, dass mich das trifft. Ich ließ mich in der 10er Ini auswechseln unter dem Vorwand, ich will in die Disko, und verabschiedete mich in Icq von ihr ganz plump mit "verficktes Kara, ich geh off, ciao"...und bereute es 2 Minuten später schon wieder. Wie kann man nur so blöd sein, seiner Verehrten so einen Mist zu schreiben. Damit kannste sicher nicht landen.

Nach einer relativ schunkelnden Raucherpause ging ich nochmal in Icq. Sie war leider schon off mit den Worten "oh...was war denn jetzt los...naja schönen Abend noch.."...ein bitteres Zeichen dafür, dass ichs vergeigt habe. Aber ich kann ihr nicht schreiben, wie es um mich wegen ihr bestellt ist. Frank würde es lesen. Das will ich nicht, das ist ne Sache, die nur Sie was angeht. Aber er solange da ist, kann ich nichts unternehmen und bin dieser Ohnmacht ausgeliefert. Das kränkt mich, und ich nehme noch einen Schluck von dem geilen Likör.

Ich will Sie ihm nicht kampflos überlassen. Aber er hat die Fäden. Er ist bie ihr daheim und glotzt Popstars. Wenn ich mir vorstelle, wie dieser Bastard bei meiner Geliebten da hockt und Popstars schaut, und danach mit ihr in die Kiste steigt, treibts mir die Galle hoch. Da bekommt man ja fast Mordgedanken.

Ich wollte eigentlcih wirklich in die Diskothek, aber der Alk und Stimmungspegel passt nicht. Ausserdem hab ich noch Husten, eine Nach-Kranks-Erscheinung. Blöde Kombi für eine Disko.

So werde ich wohl ganz ruhig und angenehm meinen Abend doch in WoW zu Ende verbringen, wie schon den ganzen Tag, und hoffen, dass der morgige Tag schneller rumgeht, damit ich Samstag Abend endlich mit Vero alleine reden kann. Noch solange muss ich aushalten, und es kommt mir wie eine Ewigkeit vor.

Ein Lied, dass die heutige Stimmung ganz gut trifft, heißt "Twister" und wurde von Remy Zero gesungen. Die Band trumpft mit dem Titelsong zu Smallville ("Save Me" und noch einer schönen Liebesballade "Shattered" auf.


 

 

1 Kommentar 2.10.08 22:57, kommentieren

Rashid und Jamal

6:40: Mein Wecker klingelt. Wieso hab ich Depp mir den so früh gestellt, wenn ich doch erst in 2h auf den Bus muss. Ach stimmt, ich wollte mit Vero reden. Wir reden meistens Morgens..aber ich hatte nach den gestrigen Erkenntnissen keine Lust. Ich blieb also bis halb Acht im Bett, bis mein Vater die Türe aufriss, um mich rauszuholen.
Müde schmiss ich den Rechner an, in der Hoffnung, etwas Neues von ihr zu hören. ich hab mir gestern die Mühe gemacht, ihr in Icq noch zu schreiben, dass ich es weiß..wahrscheinlich kam nix an, Sie schrieb mir nichts.

Ich packte also mein Telefon und rief Sie an. Wie jeden Morgen, wie vor der Arbeit, während der Arbeit und kurz nach der Arbeit. Aber daheim ist Sie vergeben, anscheinend. Irgendwo macht das doch keinen Sinn, als ob Sie sich nicht entscheiden könnte.

Ich wollte Sie darüber ausfragen, und doch....nach 10 Sekunden verfielen wir in unsere Quatsch-Lach-Fröhlichkeitslaune..sie wirkt so fröhlich und lebendig, wenn Sie mit mir redet..das kannte ich so bislang gar nicht. Wir telefonierten 20 Minuten gemeinsam.

Mein Vater fuhr mich zur Arbeit und gab mir 5 Euro für den heutigen Tag. Dass ich mir davon Kippen kaufte, wusste er sicherlich.

Der heutige Tag brachte allerdings neue Erkenntnisse in meinem Job. Sozialarbeiter ist ein schmaler Grat, du hast weder Lehrer noch Schüler als Bezugspersonen. Nur dich.

In einer meiner Raucherpausen, die ich selbstständig einlege, kam ein 15 Jahre alter Möchtegern-Gangster. Ich kenne diese Typen. Sie ticken alle gleich. Hat man einmal den Dreh raus, ist es einfach, sich in solchen Kreisen Freunde zu machen. Kenne ein paar Namen, ein paar Ausdrücke, und sie erkennen dich als Kolleg. "Ey du, hasch mia ne Kippe?"...ich schaute ihm in die Augen und sagte fast schon automatisch "Ne man, sorry". Nach einem kurzen Wortwechsel lies ich ihm den letzten Zug an meiner dran, und er wollte Kippen kaufen gehen. Ich kannte keinen Automaten weit und breit, also bin ich mit ihm mit. Sein Name war Wiklas, eine Mischung aus Albaner und Zigeuner..das sind die Schlimmsten. Wir liefen in den Lidl, der war keine 2 Minuten von der Schule entfernt. Auf dem Weg kam die Singener Standart-Frage: "Kiffsch du?" Ich erwiderte: "Ne man, habs nich vertragen. 2 Mal probiert und total verballert gewesen, ey nie wieder. Ich bin der Säufer...so Vodka und solche Sachen, weisch." Kaum zu glauben, wie leicht die Leute zu verblenden sind. Klar, es ist die Wahrheit..aber die hätte man auch anderst ausdrücken können. Aber Slang muss man eben lernen, das gehört dazu. Zu einem Uni-Professor hätte ich wohl eher "Nein, mein Körper verträgt solche Rauschstoffe nicht, ich genieße eher ab und an Alkohol" gesagt. Aber das versteht sich von selbst.

Er gab mir Geld, ich sollte für ihn Kippen kaufen. Ich bekam Informationen, also warum nicht? Mit 2 Schachteln (1 für mich, 1 für den Zigeuner) verließ ich den Laden. Ich zündete seine Kippe an, und dann war ich sein Kolleg. So schnell ging das. Die Leute sind aber nicht die Art Kollegen, die immer bleiben. Sie sind nur solange da, wie Sie einen Nutzen von dir haben. Andere hätte er schon grundlos zusammengeschlagen.

Nach einem Gespräch über ein paar Gras-Sorten, Indoor und Outdoor-Zucht und die verfickte Polizei verriet er mir den Grund des Besuchs, nachdem ich ihm erklärt hab, dass ich seit 2 Tage als Sozi da arbeite. Er geht Drogen kaufen. An der Schule, an der ich Sozialarbeiter bin, geht der kleine 15-jährige Kanacke Drogen kaufen. Ich hakte nach: "Haja Fri-Wö is der größte Drogenumschlagplatz in Singen, hasch noch nie gehört? Ey was da drin abgeht, 50% der Schüler kiffen..Mittags kommen Sie von überall und holen das Zeug ab...wenn die Lehrer wüssten, was die für Zeug in den Spinds lagern, da sind keine Schulspastsachen, das kannschma glauben.."

Wie sollte ich auf so etwas reagieren? Okay, Drogen sind was Alltägliches, Banales, ich hab oft genug mit solchen Sachen zu tun. Aber jetzt bin ich Sozialarbeiter. Ich habe Namen, Dealer, Ticker, Käufer. Aber ich bin meinen Kopf los, wenn ich Sie hochgehen lassen würde.

Wir liefen zurück zur Schule, und dann hat er eine Freundin entdeckt, offensichtlich Albanerin. Er sah Sie und hintendran einen anderen, der Sie angaffte. Er krempelte die Ärmel hoch und sagte "Boah den geh ich jetz haun. Weisch, ich hass es wenn Deutsche - ey nix gegen dich, du bisch Deutscher stimmts? (Ich sagte nur "ja klar" - Ja bei dir is was anderes weisch, aber der hat Sie schonmal angegafft und ich hab ihm gesagt er soll aufhörn, Sie anzugaffen...jetzt geh ich sie fragen ob er Sie angegafft hat und wenn ja, hau ich ihn"...ich verabschiedete mich hastig. Ich wollte nicht an meinem dritten Tag ins Visier der anderen Lehrer geraten, weil ich eine Schlägerei toleriere, weil ein Deutscher ne Albanerin angeschaut hat. Aber so ist das, man muss eben aufpassen. Wer bestimmte Regeln nicht kennt, der lernt Sie schnell oder schmerzhaft. Man kann gegen diese Jugendlichen nichts machen.

In der Bibliothek sitze ich meistens allein und habe Zeit, nachzudenken. Da ist mir bewusst geworden, auch wenn ich Schnittstelle zwischen Lehrer und Schüler bin, bin ich der Einzige. Ich kann mit keinem Lehrer über schlechte Schüler reden. Das hat Konsequenzen.

Ich lies die Sache also auf sich beruhen, und machte mir darüber keine Sorgen mehr. Ich packte mir ein Buch und fing an zu lesen..und las es in einem Zug durch. Kein besonders gutes Buch, aber es vertrieb mir die Zeit.

Zuhause angekommen, rief mich Vero an. Sie hatte Feierabend, und wollte mit mir telefonieren. Ich rief zurück, und wir redeten ein wenig...und irgendwie bekam ich die Chance, Frank und seine Anwesenheit in das Gespräch einzubeziehen. Als ich den Namen erwähnte, kam plötzlich der Bus und Sie musste auflegen. Es war also offensichtlich. Es behagte ihr nicht. Sie will 2. Aber wen will Sie eher. Ich und Frank, wir geben uns sicher nicht mit 1 Teil ab. Ich hab keine Angst, zu kämpfen. Auch wenn ich nichts zu bieten habe. Ich habe kein Geld, noch keine Zukunftsperspektiven. Auch kein perfekten Körper. Aber ich habe Herz. Und davon sehr viel. Das ist ihr Verdienst. Es wäre der erste Mensch, um den ich weinen würde.

Meine Mutter hat nicht viel geredet. Ich ging also ins Zimmer und setzte mich an den pc, ein wenig surfen und runterkommen.

Als ich rauswollte, eine rauchen..hielt mich meine Mutter fest. "Gib mir ne Kippe"...ich schaute Sie an, und bemerkte erst jetzt ihren Ausdruck: Verquollenes Gesicht, starke Augenringe, agressiver Gesichtsausdruck. Ich fragte mich, was da vor sich gegangen ist. Mein Vater war noch bei der Arbeit, ein Telefonat haben Sie nicht geführt. Ich antwortete: "Was willstn du jetzt mit ner Kippe, du rauchst doch seit paar Jahren nicht mehr?!". Jetzt wurde ich angegriffen: "Was wird das jetzt? Jetzt gib mir eine bevor ich vollends ausraste!!". Stumm gab ich ihr eine, in Erwartung, was dann passiert.

Sie nahm Kurs zum Zimmer meines Bruders, schrie ihn an: "Sieh wir mir das gefällt, was du anstellst!!", und zündet sich die Zigarette an.

Okay, wieder mal Stress mit meinem Bruder. Also nicht wegen mir. Ich sagte nur noch "du machst dich mal wieder selbst kaputt" und bekam ein unfreundliches "lass mich in Ruh" als Antwort. Ich begab mich auf den Balkon und rauchte meine Kippe, und dachte nicht mehr lang darüber nach. Jeder in dieser Familie macht sein eigenes Ding, wenn etwas nicht läuft, wird jemand angeschrien und Schuld zu gewiesen.

Ich hab mich schon lange aus diesem lieblosen Gemeinschaftssystem ausgeklinkt. Nach mehreren Versuchen, etwas hier zu retten, resignierte auch ich.

Wenn Sie meint, Sie müsste mit Rauchen was beweisen, soll Sie doch. Eigentlich ist Sie doch alt genug. Sie hat nichtmal das Geld für Zigaretten, es ist schon so knapp genug. Wahrscheinlich muss ich jetzt die Fahrkarte selber kaufen, weil Sie die Kohle verrauchen möchte. Obwohl ich weiß, dass das nur ne Ausrede ist, wieder mal Kohle zu sparen. Die Kohle, die mir 45 Minuten Fussweg zur Arbeit ersparen würde.

Im Zimmer überlegte ich, mit wem ich über sowas reden könnte. Manu arbeitet. Bene ist unterwegs..und er ist deshalb ein cooler Typ, weil er so ein Spast ist, dass er gerade durch diese spastische Art extrem cool ist..er lenkt ab. Aber er kann nicht helfen bei sowas.

Ich erinnerte mich an Freedom Writers, und begann zu schreiben.

Und jetzt, geh ich erstmal eine rauchen. Allerdings, sollte es doch jemand geben, der sich hier bis zum Ende durchgelesen hat, meinen Respekt. Be heard ist das Motto. Ich schreibe um mich zu befreien. Ich schreibe, um Dinge loszuwerden, die ich sonst nicht loswerde. Ich schreibe mir den Wut von der Seele. Ich schreibe.

Fard, ein Aufsteige-Rapper, hat ein geniales Lied geschrieben. Nicht Lied, eher eine Geschichte, die er erzählt. Viel Spaß beim Anhören..Rashid und Jamal, so heißt es.

 

 

 

3 Kommentare 1.10.08 19:58, kommentieren

(Gegenwart) Freedom Writers

Am heutigen Tage erschien nichts, wie es sonst war. Aber irgendwo musste es an dem Aufwärtstrend einen Haken geben.

Ich habe endlich einen Arbeitsplatz gefunden. Ich mache ein Fsj an einer Ganztagesschule, quasi als Sozialarbeiter. Obwohl noch keine Arbeitswoche rum ist, fühle ich mich schon wie Zuhause in meiner neuen Heimat. Es erfüllt mich mit einem gewissen Stolz, für Andere da zu sein. Für Jüngere, die ihre Pubertät noch vor sich haben und ein noch so unberührtes Leben führen.

Ich hatte auch ein wunderbares Mädchen kennengelernt, im selben Alter. Allerdings über das Internet. Wir entdeckten die skurrilsten Gemeinsamkeiten, über Vorlieben und Abneigungen bis hin zur parallelen Vergangenheit...es war grausam, das anzuhören und sich widerspiegeln zu können. Es war, als würde jemand aus meinem Leben erzählen.

Diese Verbindung zog ein gewisses emotionales Band zwischen uns Beiden. Es ist für mich komplett neu, diese Empfindung..diese Emotion. Ich wollte mich zunächst nicht darauf einlassen, auf mich selbst. Aber als die Sache sicher schien, lies ich mich komplett fallen. Ich gab mein Innerstes Preis an eine Frau, die ich nur aus dem Internet kenne. Als dann auch noch positive Resonanz kam, war ich mir eines Sieges sicher. Es gab Tage, da telefonierten wir 11h am Stück und es wurde immer noch nicht langweilig. Man hatte sich soviel zu sagen.

Und jetzt...übernachtet eine andere Internetbekannschaft bei ihr und gibt vor, ihr Freund zu sein. Noch habe ich nichts von ihr dazu gehört. Das hat den einfachen Grund, dass Sie so tickt wie ich - und ich es auch nicht zugeben wollen würde. Weil das alles einfach zu schön war. Ich weiß nichtmal wieso mich da so trifft, ihn reden zu hören à la "Die Frau ist sooo geil" "Madame hat ein Loch mehr als du, deswegen geh ich jetzt off"...es trifft mich einfach. Irgendwo zerstört es doch die Hoffnung, die Illusion, die ich mir gemacht hatte.  Ich wollte Sie überraschen, dieses We rüberfahren...Sie wohnt keine 100km weg. Stattdessen kommt da so ein Futzi aus Berlin.

Als ich ihn da heute hörte, und nun genau wusste dass da was am Laufen war, wusste ich nicht, wie ich reagieren sollte. Ich habe also so wie immer reagiert - Im Chat erkennt man das ja nicht. Das ist die Tücke...Leute wie ich durchschauen jedenfalls jedes Wort. Kurze Zeit später machte ich den Pc und WoW aus, packte mir eine Pizza in Ofen und machte den Fernseher an. Achja, Regenwetter, um das nicht zu vergessen.

Und es kam ein Film...und was für einer. Er triggerte mich wie schon lange kein Film mehr. Freedom Writers hieß er. Ein Auszug aus der Beschreibung (Quelle: Google->Freedom Writers):

"Der dreiundzwanzigjährigen Lehrerin Erin Gruwell gelingt es, ihre Schüler aus einem hoffnungslosen Kreislauf von Gewalt, Drogen und Gangkriegen herauszuholen und - zum Tagebuchschreiben zu bewegen. So beginnt eine Entwicklung, die den vom Erziehungssystem längst aufgegebenen Jungen und Mädchen eine zweite Chance gibt – und sie rettet. Alle, die »nicht erziehbaren«, »unterdurchschnittlichen« »Deliquenten«, schaffen ihren Schulabschluss und beginnen ein Studium. Nach einer wahren Begebenheit."

Mich interessieren solche Geschichten extrem. Sie spiegeln die Wahrheit wieder. Ein System, in dem die Jugend am Wichtigsten sei, aber am wenigsten Beachtung bekommt. Diese Jugendlichen haben dank einer talentierten Lehrerin ihren Mut zum Leben gefunden. Sie haben es geschafft, sich aus ihrem Sumpf zu befreien. Mich hat der Film total eingenommen...ich hab jede Sekunde aufgesogen.

Wenn ich irgendwann Geld haben sollte, werde ich dieses Buch kaufen.  

Alles in allem ein nicht so berauschender Tag. Ich habe nicht so die Ambition, irgendwas heute zu unternehmen. Ich muss erstmal diesen Vertrauensschlag ins Gesicht verdauen, aber wie ich mich kenne, is das Morgen schon erledigt. Einmal schlafen und ich bin in einer neuen Welt...hehe. Ich bin kaputt vom arbeiten, 45 Minuten Fußweg zur Arbeit ist eben doch eine Belastung.  Zu allem Übel bin ich natürlich auch noch krank. Ich werde jetzt noch ein wenig rumsitzen, Musik hören, versuchen, die Bude warm zu bekommen..und dann werd ich mich in mein Bett legen und mich auf den Morgen freuen.

Und im Bett noch ein wenig an die Geschichte der Freedom Writers denken.. 

2 Kommentare 30.9.08 20:32, kommentieren

Intro: Schluss mit Lustig

Die Entscheidung, diesen Blog zu schreiben, liegt ganz bei mir. Was ich hier schreiben will, ist die Wahrheit. Nichts Anderes käme mir in den Sinn.

Schluss mit den Depri-Einträgen von damals. Schluss mit Lustig.

Ich werde euch in den kommenden Tagen Einblicke in mein Leben verschaffen. Ich werde nix schön- oder schlechtreden, ich werde nichts verschleiern, verkaufen oder ändern. Jedes gute und schlechte Detail wird eingearbeitet, um eine Geschichte im Ganzen entstehen zu lassen. Meine Geschichte.

 

Die Geschichte begann vor 20 Jahren, in einer Kleinstadt im Südwesten...in der Nähe vom Bodensee, unterm Hohenkrähen erblickte ich das Licht der Welt. Dass meine Mutter 5 Minuten vor meiner Geburt noch geraucht hat und das heute noch erzählt, spielte damals noch keine Rolle für mich. Ich war alles andere als gesund. Ein Herzfehler verwehrte mir die normale Entwicklung, mein erstes Lebensjahr verbrachte ich mit einem Loch im Herzen auf der Intensivstation. Keine leichte Zeit für meine Eltern, doch wann war Sie jemals leicht. Das Leben ist nicht dazu gemacht, einfach zu sein. Es ist zu komplex für diesen Ausdruck.

Nach verlassen der Intensivstation ging alles seinen normalen Verlauf: Ich lernte laufen, sprechen, bekam Zähne. Ich besuchte die Grundschule, und das Gymnasium. Mit Beendigung des Abiturs endete der erste große Abschnitt in meinem Leben, und ich blicke darauf zurück...und auch vor. Die Geschichte, die ich bisher erlebt habe, ist vielfältig. Gespickt mit guten, und auch schlechten Tagen...aber vor allem: Interessanten Tagen.

Nach und nach werde ich Teile der Geschichte aufschreiben, aus völlig egoistischem Grund: Ich will Sie mir ins Gedächtnis rufen können durch wiederlesen. Ich will Sie zeigen und zu erkennen geben. Ich will mahnen und auch mich selbst mahnen.

Ich suche weder Heuchler, noch Mitleider, ich suche keine Kritik. Lest es oder lasst es. Es zwingt euch keiner.

Part One beginnt.. 

 

2 Kommentare 17.9.08 16:25, kommentieren

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